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Projekte zu „Schüler helfen Menschen“ überzeugten die Jury:

Eduard-Breuninger-Preis für sozialen Einsatz feierte Premiere

Der Start ist wahrlich gelungen!

Erstmals wurde an der Eduard-Breuninger-Schule der gleichnamige Preis für soziales Engagement vergeben.

Seit März verwirklichten drei Gruppen ihre Projekte, alle drei Teams arbeiteten mit Senioren zusammen. Mehrere Hürden mussten bewältigt werden. So kämpften sich die Jugendlichen bereits zu Beginn des Jahres durch eine Qualifikation, da der von der Breuninger GmbH bereit gestellte Betrag von 1750 Euro auf drei Projektgruppen entfallen sollte.

Eine zehnköpfige Jury musste nun über die Rangfolge und über die Verteilung des Betrages entscheiden.

von links nach rechts: Frau Dr: Helga Breuninger, Schulleiter Nonnenmacher, Frau Bühler-Hajverov, Frau Peckhaus

Der Jury gehörte die Urenkelin Eduard Breuningers, Dr. Helga Breuninger an, welche extra aus Berlin anreiste. Schulleiter Nonnenmacher, mit Frau Peckhaus und Frau Bühler-Hajverov zwei Vertreterinnen der Breuninger GmbH, Lehrer sowie die Vertreterinnen der Schüler und der Eltern galt es zu überzeugen.

Dies gelang, da alle beteiligten Schüler ihre Projekte ernst nahmen und über ihre Erlebnisse sehr anschaulich und nachfühlbar berichteten.

Dem Publikum und der Jury wurde ersichtlich, dass eigentlich alle drei Gruppen mit einer zentralen Frage zu tun hatten:

Wie können wir Menschen helfen, was können wir als Schüler überhaupt Gutes tun? – vor dieser Hürde standen alle am Anfang.

Beeindruckende Antworten fanden sich, über die bereits in der BKZ berichtet wurden: Schüler der Berufsfachschule für Büro und Handel im Abschlussjahr boten in Kooperation mit dem Seniorenbüro Backnang einen mehrtägigen Computerkurs an, eine Klasse des Berufskollegs gestaltete einen Flur im Seniorenheim Alexander-Stift in Allmersbach mit Farben und Motiven und der evangelische Religionskurs der Wirtschaftsgymnasiasten im 11. Schuljahr entwarf einen Fotokalender mit den Bewohnern des Altenheims im Staigacker.
  
 

Kein Vorhaben ist ohne eine Zielsetzung zu verwirklichen, hier zeigten sich deutliche Übereinstimmungen, aber auch Unterschiede zwischen den Schülergruppen:

Man wollte den älteren Menschen eine Freude machen, mitunter Kenntnisse vermitteln, etwas auf die Beine stellen, das im Gedächtnis bleiben soll, es sollte ein Miteinander zwischen den Generationen geben.

Dass es mehr als nur eine Abwechslung zum Alltag wurde, ahnten womöglich nur wenige der Beteiligten. Es sind „unsere Omas und Opas“ geworden, so ein Schüler der BFBH bei der Präsentation.

Man habe voneinander gelernt, sei sich mit Respekt begegnet und wolle nun „den Kontakt nicht abreißen lassen“. Beeindruckend die emotionale Nähe, mit denen die Bewohner des Altenheims im Staigacker sich an ihren Lieblingsorten von den Schülern fotografieren ließen, sich für einen Fotokalender umzogen und in Pose setzten. So viel private Nähe überraschte die Schüler. Wohltuend ist die Gewissheit, dass die gemalte „Vier-Jahreszeiten-Landschaft“ im Alexander-Stift stets das Gemüt der Betrachter erhellen wird und die Namen der künstlerisch tätigen Schülern sich auch an den Wänden befinden.
 

Das Selbstbewusstsein der Schüler wurde dadurch gestärkt, einem zunächst fremden,
aber nunmehr vertrauten Menschen Computerkenntnisse vermittelt zu haben,
so dass sich dieser in unserem High-Tech-Alltag besser zurecht finden kann.

„Ich habe in diesem Kurs mehr gelernt, als in anderen Kursen.
Es wurde mir von den Schülern alles so geduldig und genau erklärt!“ - wie mag es sich angefühlt haben, diese lobenden Worte von Senioren zu hören, die dies bei der Präsentation auf der Bühne der Jury ins Gesicht sagten?

   


Im Rückblick war es manchmal auch ein hartes Stück Arbeit,
da es auch galt, Unstimmigkeiten in den Projektgruppen auszuräumen, Durchhaltevermögen zu zeigen.

Die eigene Freizeit wurde in zwei Teams geopfert, eigene Erwartungshaltungen und Zielsetzungen mussten korrigiert,
das Verhalten stets hinterfragt werden.

„Kompromissbereit mussten wir sein“, niemand habe „sein eigenes Ding“ durchgezogen. Das „schlechte Bild der Jugendlichen in manchen Medienberichten“ sei wohl widerlegt worden, so ein Schüler des Berufskollegs.

  


Wie sollte die Jury hier einen „Sieger“ finden, wo es doch unter allen Beteiligten keine Verlierer gibt? Natürlich gab es manch Verbesserungswürdiges, doch dies sei der erste Durchlauf des Eduard-Breuninger-Preises, urteilte die Jury.

Gerecht habe man entschieden, ganz im Sinne ihres Großvaters, so Frau Dr. Helga Breuninger.

Alle drei Gruppen erhielten von den Vertreterinnen der Firma Breuninger jeweils 500 Euro, einen einzigen Sieger hat dieser Wettbewerb nicht verdient.


Bezeichnend für den Charakter der Jugendlichen ist auch der Vorschlag der BFBH-Gruppe, einen Teil der „Siegerprämie“ spenden zu wollen - ohne bereits das Ergebnis gekannt
zu haben.

Die Entscheidung,
an wen gespendet werden soll, fiel nicht schwer:
das Seniorenbüro in Backnang wird die restlichen 250 Euro erhalten.
  
 
  
Was bleibt? Die beteiligten Gruppen haben gut vorgelegt, manches könne wieder gemacht werden, gar zu einem festen Bestandteil des Schullebens werden.

Der Eduard-Breuninger-Preis ist vorerst auf fünf Jahre festgelegt. Neue Schüler werden im
zweiten Wettbewerbsjahr auf andere Ideen sozialer Projekte kommen.

So wie die Premiere lief, darf man gespannt sein…