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Vergabe des Eduard-Breuninger-Preises 2013

Gymnasiasten mit vollem Einsatz für Kinder

Schüler helfen Menschen – ein Motto, das die Schüler der Eduard-Breuninger-Schule erneut mit Leben füllen konnten. Im Rahmen des mithilfe der Breuninger GmbH ausgelobten Sozialpreises wurden an der kaufmännischen Schule zwei Projekte von Klassen des Wirtschaftsgymnasiums prämiert, die sich außerhalb der Unterrichtszeit für die Kinder- und Jugendhilfe in Backnang und für hiesige Kindergärten eingesetzt haben.
An ihrer Schule ist es nunmehr im vierten Jahr fest verankert, dass alle Klassen an einem Wettbewerb teilnehmen können, in dem es gilt, Menschen zu helfen. Zusätzliche Motivation schafft auch der Preis, den die Breuninger GmbH in Höhe von 1750 Euro bereitstellt. Eine neunköpfige Jury hatte zu entscheiden, welches Projekt am besten dem Motto gerecht wurde. Keine leichte Aufgabe befanden auch die Repräsentantinnen der Firma aus Stuttgart, Stefanie Imm und Vanessa Karchel, die als Jurorinnen den Feuereifer der Schüler und deren außerordentliches soziales Engagement zu würdigen wussten. Auch die weiteren Mitglieder des Gremiums, unter ihnen Schulleiter Herbert Nonnenmacher, Vertreter des Kollegiums, zwei Schüler sowie die Elternbeiratsvorsitzende, zeigten sich von den Projektideen beeindruckt.
So hatten es sich Schüler der WG 11/2 zum Ziel gesetzt, „den ganz Kleinen, die noch nicht viel selbst entscheiden können und sich oft nicht zu helfen wissen, mehrere lehrreiche Nachmittage zu bereiten“. Ausschlaggebend war das Bewusstsein bei den Projektteilnehmern, „dass die Kinder unsere Zukunft sind“ und die Beschaffung von Mitteln, vor allem für die Kindergärten, im Zentrum des Vorhabens stehen muss. Der formulierte Wunsch der Jugendlichen, „glückliche Kinder vor sich zu haben“, wurde wahr – dafür sind sie auch gelaufen! Zunächst wurde ein Spendenlauf an einem unerwartet sehr kalten und schneereichen Nachmittag organisiert. Ganze 475 Runden konnten auf dem Sportplatz absolviert werden, was bei der Präsentation vor der Jury filmisch eindrucksvoll belegt werden konnte. Mehrere Firmen aus dem Backnanger Raum spendeten hierfür insgesamt 400 Euro. Das Geld überreichten die Schüler zwei Backnanger Kindergärten. Nach dem Lauf wurden über Wochen hinweg in einem Ganztageskindergarten, in Absprache mit den Erzieherinnen und Erziehern, Spiel- und Bastelstunden abgehalten. Hierbei mussten sich die Schüler auch als Klasse untereinander verständigen und abstimmen. Verlässlichkeit und Ausdauer zeigten sich als Tugenden, ohne die hier für die Kinder hätte nicht erreicht werden können. Dieses preiswürdige Projekt erreichte nach Willen der Jury den zweiten Platz und wurde mit 750 Euro prämiert. Das Geld wandert in die Klassenkasse.
 

Den ersten Platz belegten ebenfalls „Elfer“ – die 11/3 konnte mit ihrem Projekt voll überzeugen. Die Schüler traten mit der Backnanger Kinder- und Jugendhilfe e.V. in Kontakt. Der erste Entschluss: die Klasse teilte sich in mehrere Gruppen auf, die sich unterschiedlichen Aufgaben stellten. Die Gruppe „Weihnachtsfeier“ veranstaltete im Dezember eine Kinderweihnachtsfeier im Plattenwald. Dort führten sie einen Stationen-Lauf durch, bei dem die Kinder verschiedene Aufgaben zu lösen hatten, mit dem Ziel, deren Gruppenzusammenhalt zu stärken. Belohnung in Gestalt von „Geschenksocken“, ein gemeinsames Grillen und die Bescherung sorgten für leuchtende Kinderaugen. Die zweite Gruppe „Streichen“ gestaltete einen großen Raum im Backnanger Tageselternhaus kinderfreundlicher. Der Raum soll fortan den Kindern mehr Freiraum zum Spielen, Toben, Basteln und Malen bieten. Die Kosten für die Farben und Malutensilien wollten die Schüler nicht der Kinder- und Jugendhilfe e.V. aufbürden, weshalb sie sich auf die Suche nach einem großzügigen Sponsor machten und ihn in der Firma Toom Baumarkt auch fanden. Ohne diese Finanzhilfe hätte die Idee nicht realisiert werden können.
Der Sport durfte natürlich nicht zu kurz kommen, weshalb sich eine weitere Gruppe über mehrere Wochen hinweg jeden Freitagabend auf den Weg in die Sporthalle machte, um dort rund 25 Jungen im Alter von 8 bis 15 Jahren zu verschieden Sportarten zu animieren. Die Gruppe „Sport“ hatte es nicht leicht: ein hoher Grad an anfänglicher Distanziertheit, ausgeprägte Sprachbarrieren und fortwährende Disziplinprobleme forderten die Gruppenteilnehmer, so dass sie froh waren, die Betreuer von der Kinder- und Jugendhilfe an ihrer Seite zu wissen. Bemerkenswert der Wille, trotz dieser Startprobleme bei der Stange zu bleiben, sich über die Freude am Fußballspiel den Kindern anzunähern und auch durchzusetzen.
Eine vierte Gruppe unterstützte den Fahrdienst des Sozialen Warenhauses. Hierbei fuhren sie die Supermärkte in der Umgebung an, um die nicht mehr verkaufsfähigen Artikel, besonders Lebensmittel, abzuholen und sie im „SoWas“ an bedürftige Menschen günstiger zu verkaufen. Diese Gruppe erlegt sich noch Sonderaufgaben auf - sie half bei der Aussortierung von nicht mehr verkaufsfähigen Artikeln, bei der Kategorisierung der unterschiedlichen Waren und beim Testen elektronischer Geräte. So konnten sie die Mitarbeiter des „SoWas“ unterstützen. Ein guter Weg auch mal hinter die Kulissen einer sozialen Einrichtung zu blicken, befanden sie bei der Präsentation ihres Projektes. Der Klasse gelang es, ihr gruppenübergreifendes Ziel, „Menschen, die schlechter gestellt und auf Hilfe angewiesen sind, beizustehen“, zu erfüllen. Zudem verstand es die Klasse auch, ihre Präsentation in einem besonderen Maße zu gestalten und die Jury von ihrer Leistung zu überzeugen. Die 11/3 erhielt hierfür 1000 Euro.
Alle Projektteilnehmer in beiden Klassen konnten ihre Hilfsbereitschaft, Kreativität und Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Sie zeigten eine Sozialkompetenz, die nicht verloren gehen darf, bekräftigte die Jury. Oder kurz: „du …ich…WIR!“, wie es die 11/3 zum Ausdruck brachte.

Bernd Haller